Neuer Aargauer Lehrplan

Auf das Schuljahr 2020/21 wird der neue Aargauer Lehrplan Volksschule eingeführt. Grundlage dafür bildet der Deutschschweizer Lehrplan (Lehrplan 21). Mit der Einführung des Aargauer Lehrplans Volksschule setzt der Kanton die Vorgaben der Bundesverfassung über die Harmonisierung des Schulwesens sowie das schweizerische Sprachengesetz um.

 

Der Aargauer Lehrplan wird gestaffelt eingeführt. Ab Schuljahr 2020/21 tritt er im Kindergarten und in allen Klassen der Primarschule sowie den ersten Klassen der Oberstufe in Kraft. Für die zweiten Oberstufenklassen tritt er ein Jahr später in Kraft und für die dritten Oberstufenklassen noch ein weiteres Jahr später. Die strukturelle Umsetzung des neuen Aargauer Lehrplans an der gesamten Volksschule wird somit mit dem Schuljahr 2022/23 abgeschlossen sein.

 

Kindergarten
Im Kindergarten bleibt die Unterrichtsverpflichtung unverändert. Mit den entwicklungsorientierten Zugängen wird der Übergang zu den Fachlehrplänen erleichtert.

Primarschule
Die neue Stundentafel für die Primarschule passt sich den Stundentafeln der Deutschschweizer Kantone an. Die neue Pflichtstundenzahl für die Schülerinnen und Schüler lässt die Bildung von Blockzeit-Unterricht an allen Klassen zu. Der Französischunterricht beginnt neu ab der 5. Klasse.

Oberstufe
Die Oberstufe gliedert sich im Aargau in die drei bisherigen Leistungstypen Realschule, Sekundarschule und Bezirksschule. Die Stundentafeln und der Fächerkanon für die Leistungstypen sind einander angeglichen. Die Ansprüche an die Schülerinnen und Schüler der drei Leistungstypen bleiben unterschiedlich. Weiterhin ist der Besuch von Wahlfächern möglich.

 

Zeitplan

WannWas
​​2018–2020​Vorbereitung der Einführung: Weiterbildung, Überprüfung der Lehrmittel, Vorbereitung an Schulen
​Frühling 2019​Entscheid Regierungsrat zu den angepassten Beurteilungsinstrumenten
Schuljahre
2020/21–2022/23
​Gestaffelte Einführung des Aargauer Lehrplans Volksschule

 

Im August 2020 wird der «Neue Aargauer Lehrplan» eingeführt. Der Unterschied zum jetzt Gültigen besteht im Wesentlichen in der stärkeren Gewichtung von «Können» gegenüber dem «Wissen». Der Lehrplan 21 beschreibt das, was Schülerinnen und Schüler im Verlaufe der obligatorischen Schule lernen in Form von Kompetenzen («Können»). Um eine Kompetenz zu erwerben, braucht es drei Dinge:

  1. Wissen: Das Wissen und Verstehen, das ich zum Lösen einer Aufgabe benötige. Dazu gehören auch das Analysieren und Strukturieren von Informationen.
  2. Können: Die Fähigkeit und Fertigkeit, das Wissen praktisch zu nutzen und anzuwenden, so dass ich die Aufgabe lösen kann.
  3. Wollen: Die Bereitschaft, Haltung und Einstellung, Wissen und Können zu erwerben und anzuwenden.

 

Was ändert sich im Schuljahr 2018/19?
Wir beginnen bereits jetzt mit einem Teil der Umsetzung. Wir legen den Fokus der Unterrichtsentwicklung und der Weiterbildungen für die Lehrpersonen auf das Thema «Kompetenzorientierung».

 

Leitsatz
Die Schule orientiert sich im Schuljahr 2018/19 im Speziellen an folgendem Leitsatz:

«Der Unterricht ist auf die Vielfalt der Lernenden ausgerichtet. Die Lehr- und Lernarrangements sind so gestaltet, dass die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen im Unterricht berücksichtigt werden und dass die Basislernziele bzw. die Ziele gemäss individuellem Förderplan von allen Schülerinnen und Schülern erreicht werden können – bei Bedarf in unterschiedlichem Tempo und mit unterschiedlichen Lernschritten.»
(Quelle: Umgang mit Vielfalt Orientierungsraster für die Schulentwicklung und Schulevaluation an den Volksschulen des Kantons Aargau und des Kantons Solothurn)

 

Wie wirkt sich dies auf Ihr Kind und auf Sie als Eltern aus?
Entwicklungen brauchen Zeit, weshalb wir die Veränderungen schrittweise angehen. Die Umsetzung des Lehrplans 21 bedeutet einen Kulturwechsel für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler und Eltern. Zögern Sie deshalb nicht, sich bei Fragen an die Klassenlehrperson oder die Schulleitung zu wenden.

 

Folgende konkrete Veränderungen sind für das Schuljahr 2018/19 geplant:

  • Hausaufgaben/Schulaufgaben: Die Aufgaben, die ein Kind im oder ausserhalb des Unterrichts zu lösen hat sind auf den Leitsatz ausgerichtet. Das bedeutet, dass die Aufgaben innerhalb der Klasse unterschiedlich sein können und nicht alle dasselbe zur selben Zeit tun oder dasselbe Ziel erreichen.
  • Beurteilung: Die Beurteilung Ihres Kindes durch die Lehrperson ist kompetenzorientiert und richtet sich ebenfalls nach dem Leitsatz. Dies bedeutet, dass die Beurteilung im Zeugnis eine Gesamtbeurteilung Ihres Kindes darstellt und nicht in erster Linie einen arithmetischen Notenschnitt. Im Beurteilungsdossier werden Lernfortschritte gezeigt und selbst gewählte Belege Ihres Kindes abgelegt.
  • Unterrichtsentwicklung: Die Lehrpersonen werden ihren Unterricht in Richtung Kompetenzorientierung weiter entwickeln und sich am Leitsatz orientieren. Sie probieren Neues aus mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler in ihrem Wissen und Können so gut wie möglich zu stärken.

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